Im Jahr 2020 formierte sich eine Gruppe engagierter Hebammen, um sich für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen. Unter dem Namen «endlich fair» arbeitete diese Arbeitsgruppe (AG) fünf Jahre lang dafür, eine angemessene Entschädigung für Piketteinsätze sowie klare Regeln für Überstunden und kurzfristige Dienstplanänderungen zu etablieren. Die folgenden Abschnitte fassen die Ergebnisse dieser Arbeit zusammen und geben einen Ausblick auf den weiteren Weg.
Erreichte Meilensteine
Im Verlauf ihrer Tätigkeit erarbeitete die AG das «endlich-fair-Kit»: einen Leitfaden, der Hebammen durch berufspolitisches Engagement begleitet, einen Forderungskatalog und ein Argumentarium. Alle Dokumente wurden in den drei Landessprachen veröffentlicht, damit Hebammenteams schweizweit auf einheitliche Unterlagen zurückgreifen können. Die Materialien sind so konzipiert, dass sie spitalspezifisch angepasst und in Verhandlungen genutzt werden können und stehen auf https://spitalhebammen.ch/petition/ zum Download bereit.
Aktuelle Verhandlungssituation
Derzeit befinden sich Hebammenteams in Verhandlungen mit ihren Arbeitgebern in unterschiedlichen Phasen. Die hohe Arbeitsbelastung durch den Schichtbetrieb, den allgemeinen Personalmangel und eine geringe Erwartungshaltung an den Verhandlungserfolg bremsen die individuellen Erfolgsgeschichten.
Wandel der Arbeitsgruppe und Übergabe des Mandats
Mit der Veröffentlichung der Arbeitsmaterialien hat sich die Rolle der AG verändert: Aus einer aktiven Initiativgruppe ist eine beratende Instanz geworden. Der im Mandatsvertrag zwischen der Sektion Zürich/Schaffhausen (ZH/SH) und der AG definierte Auftrag ist erfüllt. Deshalb zieht sich die Arbeitsgruppe 2025 in ihrer ursprünglichen Form zurück. Im Zuge dieser Übergabe wurde ein «endlich-fair-Kit» zusammengestellt, das im Rahmen der Mitgliederversammlung der Sektion ZH/SH vorgestellt wurde. Dieses Kit enthält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Verhandlungen und soll Hebammenteams auch in Zukunft bei anderen berufspolitischen Verhandlungen unterstützen.
Weitere Unterstützung durch den Zentralvorstand
Der Zentralvorstand des Schweizerischen Hebammenverbandes (SHV) fördert das politische Engagement der Spitalhebammen weiterhin. Er übernimmt deshalb die Verantwortung für die «endlich fair»-Website und organisiert Austausch- und Vernetzungstreffen für interessierte Hebammen.
Reflexion und persönliche Erfahrungen
Der Abschlussbericht wäre unvollständig, wenn nicht auch ein Blick auf das gemeinschaftliche Erleben innerhalb der AG geworfen würde. Obwohl sich die Beteiligten anfänglich mehr Verhandlungserfolg erhofft hatten, überwiegt das Gefühl des Stolzes auf das Erreichte. Selten haben Natascha, Katja und Carmen eine derartige Teamverbundenheit, Motivation und Ausdauer erlebt. Während der intensiven Arbeitsphase wurden zwei Kinder geboren, es wurden zahlreiche Dienstschichten geleistet, neue Arbeitsorte kennengelernt und sogar ein Wechsel in die ausserklinische Praxis vollzogen. Eine Weltreise mit dem Rucksack und somit «endlich fair»-Meetings auf dem Segelschiff gehörten auch in diese Zeit. Trotz dieser intensiven Zeit blieb die AG am Thema und freut sich nun über das fertiggestellte Kit!
Dank und Anerkennung
Das Projekt wäre ohne die Unterstützung vieler Personen nicht realisierbar gewesen. Die AG bedankt sich ausdrücklich bei Andrea Weber, Jael Neuman, Patrizia Frey und Anouk Joliat, die von Beginn an hinter dem Vorhaben standen. Ein besonderer Dank gilt Elvira Wiegers vom VPOD ZH, die der Gruppe beratend zur Seite stand und mit ihrem Erfahrungsschatz immer wieder motivierte. Carina Rüegg, Fabienne Gafner und Seraina Juon trugen dazu bei, dass «endlich fair» über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt wurde. Die Arbeitsgruppe dankt zudem LaKritzer Design für das prägnante Logo sowie Aline Crevoiserat und Cheryl Hoegger, die den Social-Media-Auftritt betreut haben. Nicht zuletzt gebührt den Partnern der drei Hebammen Anerkennung für ihre vielfältige Unterstützung während der Projektdauer.
Verfügbare Dokumente
Mit diesem Bericht schliesst die Arbeitsgruppe «endlich fair» ihre Tätigkeit ab. Die erarbeiteten Dokumente bleiben verfügbar und sollen Hebammenteams dabei helfen, ihre Anliegen weiter zu vertreten. Berufspolitisches Engagement verlangt Geduld – die Arbeit der AG zeigt, dass auch kleine Schritte wichtig sind, um zusammen Grosses zu bewirken.
Eure AG «endlich fair»
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