Gründung und Lancierung eines Elterngremiums beim SHV

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Gründung und Lancierung eines Elterngremiums beim SHV

Warum braucht es ein Elterngremium und was kann es konkret bewirken? Mit diesen Fragen startete das neu gegründete Elterngremium im vergangenen November in seine Arbeit. Beim Auftakttreffen auf der Geschäftsstelle des Schweizerischen Hebammenverbandes (SHV) in Olten diskutierten die Teilnehmenden ihre Visionen, formulierten gemeinsame Ziele und suchten nach Wegen, wie sich ihre Vorstellungen wirksam und praxisnah umsetzen lassen.

Die Geschäftsstelle des Schweizerischen Hebammenverbandes (SHV) wurde im letzten November zum Schauplatz angeregter Diskussionen. Nach drei intensiven Stunden und Diskussionen auf Deutsch, Französisch und Englisch war der Tisch im Sitzungszimmer mit kreativen Lego-Bauten bepackt (was es damit auf sich hat, wird weiter unten erläutert), am Abend gingen die Teilnehmenden mit frischer Inspiration sowie einem nächsten Termin in der Agenda nach Hause.

Auftakt und Zielsetzung

Geleitet wurde das erste Kick-Off-Treffen des neu lancierten Elterngremiums in der Schweiz von Anne Steiner, Hebamme und Leitung Qualität und Innovation beim SHV. Es sollte bei diesem ersten Zusammenkommen darum gehen, dass sich die Elternvertreter*innen gegenseitig kennenlernen und gemeinsam ihre Visionen, Ideen und mögliche Umsetzungspunkte besprechen. Nebst Anne Steiner, die den Anlass leitete, brachten Andrea Weber-Käser, Geschäftsführerin des SHV, sowie Felicia Burckhardt und Lea Zbinden, Mitglieder des Zentralvorstandes ihre fachlichen Perspektiven ein. Sie freuten sich über die potenziell neu gewonnene Kraft, die aus dieser Zusammenarbeit entstehen kann. «Ein Verband hat nur begrenzten Einfluss auf ein komplexes System», betonte Anne Steiner gleich zu Beginn. Für einen strukturellen Wandel brauche es deshalb neben fachlichen Stimmen auch Elternstimmen. «Erst wenn Betroffene selbst gehört werden, entsteht Bewegung im System», unterstreicht sie die Relevanz von Elternstimmen.

«Für einen strukturellen Wandel braucht es neben fachlichen Stimmen auch Elternstimmen. Erst wenn Betroffene selbst gehört werden, entsteht Bewegung im System.»

Elterngremium: Wer ist bisher dabei?

Vor diesem Hintergrund versteht sich das Elterngremium also keineswegs als Feigenblatt, sondern als notwendige Voraussetzung für echten Wandel: als Stimme, die gehört wird, Verantwortung übernimmt und dazu beiträgt, das System nachhaltig zu verändern. Folgende Vertreter*innen von Eltern- und Patient*innenorganisationen waren anwesend:

Eupati Switzerland
Gewaltfreie Geburtshilfe
Schweizerische Patientenorganisation (SPO)
Trop Tôt
Frühchen Schweiz
Periparto (ehemals postpartale Depression Schweiz)

Rolle und Verantwortung des Gremiums

Bevor die Anwesenden in Gruppenarbeiten mit der Arbeit loslegten, warnte Steiner vor Tokenismus, also einer Beteiligung nur zum Schein. Selbstverständlich war niemand mit der Absicht nach Olten gekommen, lediglich symbolisch eingebunden zu werden. Umso wichtiger ist es in diesem Zusammenhang, den Rahmen zu Beginn klar abzustecken und sich diesen stets vor Augen zu halten: Bei welchen Themen ist der SHV in der Lage, Elternstimmen aufzunehmen und wirksam zu berücksichtigen? Und wo braucht es klare Abgrenzungen, um keine falschen Erwartungen zu wecken?

Anne Steiner, Hebamme und Qualitätsverantwortliche beim Schweizerischen Hebammenverband, bringt interessierte Elternvertretungen von verschiedenen Organisationen an einen Tisch.
Die richtigen Teile finden und verbinden: ein Haifisch kommt ebenso zum Einsatz wie ein Mikrophon, Schwert, Fernrohr, kleine Autos, Schranken, Türen und Brückenpfeiler.

 Schwangerschaft darf nicht als Krankheit verstanden werden.

Ganz so einfach wie als Legodarstellung sieht die Realität nicht aus. Aber sie bildet ab, wo Schranken bestehen, aber auch, wo Brücken gebaut werden können.
Die Redaktorin der «Obstetrica» Jeanne Rey im Gespräch mit Denisa Kykalova von der Schweizerischen Patientenorganisation

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